SPÖ-Landtagsklub und Büro für Gleichstellung und Gender Studies prämieren Dissertationskonzept zu „Geschlechterpolitiken der Identitären“
Bei der Verleihung des vom SPÖ-Landtagsklubs gestifteten Maria-Ducia-Forschungspreises: Jury-Vorsitzende Heike Welte, Preisträgerin Judith Goetz, SPÖ-Klubobfrau Elisabeth Fleischander und Alexandra Weiss (v.l.) vom Büro für Gleichstellung und Gender Studies an der Universität Innsbruck
Radikal antifeministisch und rückwärtsgewandt: Doch wie genau tickt die Geschlechterpolitik der rechtsextremen Identitären? Näher beleuchten will das die Doktorarbeit von MMag.a Judith Goetz von der Universität Innsbruck. Unterstützung erhält dieser Beitrag zur kritisch-feministischen Frauen- und Geschlechterforschung vom Landtagsklub der SPÖ Tirol, der das Dissertationskonzept gestern mit dem Maria-Ducia-Forschungspreis prämierte – abermals in Zusammenarbeit mit dem Büro für Gleichstellung und Gender Studies an der Uni Innsbruck.
Elisabeth Fleischanderl, Klubobfrau und Frauensprecherin der SPÖ Tirol
Den mit 2.000 Euro dotierten, zum achten Mal vergebenen Forschungspreis überreichte SPÖ-Klubobfrau und Frauensprecherin Elisabeth Fleischanderl. „Mit dem Maria-Ducia-Forschungspreis verfolgen wir als SPÖ Tirol zwei Ziele: Zum einen wollen wir Nachwuchswissenschafter:innen bei ihrer Arbeit unterstützen – und zum anderen wollen wir kritische, feministische Frauen- und Geschlechterforschung in die breite Öffentlichkeit bringen. Beides ist wichtig: Wenn wir unsere Gesellschaft gerechter machen wollen, müssen die Ursachen erforscht werden. Mit dem Forschungspreis wollen wir genau das unterstützen – und mutige Menschen wie Judith Goetz, die trotz Anfeindungen von rechtsextremer Seite ihre kritische Forschung vorantreibt.“
Trägerin des Maria-Ducia-Forschungspreises 2024: MMag.a Judith Goetz, Literatur-, Politik- und Erziehungswissenschafterin mit Schwerpunkt auf Geschlechterforschung
Quelle von persönlichen Untergriffigkeiten und versuchten Diskreditierungen seien dabei „nicht nur ein paar Trolle in der Anonymität des Internets“ gewesen, erklärte Ducia-Preisträgerin Judith Goetz. „2023 startete die FPÖ eine vermeintliche ,Kampagne gegen ,Linksextremismus‘. Das eigentliche Ziel waren dann aber Expertinnen und Experten, die seit Jahren zu Rechtsextremismus forschen und die menschenfeindlichen Facetten offenlegen. Menschen- und insbesondere auch Frauenfeindlichkeit, wie sie auch die sich harmlos gebenden Identitären vertreten“, so die Literatur-, Politik- und Erziehungswissenschafterin mit Schwerpunkt auf Geschlechterforschung: „Ich sehe den Preis als Auftrag, trotz Anfeindungen und Angriffe eben nicht aufzugeben, sondern mich weiterhin wissenschaftlich mit Ideologien zu befassen, die einer gerechteren Gesellschaft und einem gleichberechtigten Miteinander im Wege stehen.“
Ass.Prof.in Dr.in Heike Welte, Vorsitzende der Fachjury des Maria-Ducia-Forschungspreises
Dass Rechtsextreme wie die Identitären die Geschlechterpolitik thematisieren, hätte augenscheinlich nur ein Ziel: „Die erzielten Errungenschaften der letzten Jahrzehnte rückgängig zu machen“, betonte Ass.Prof.in Dr.in Heike Welte, Vorsitzende der Fachjury des Maria-Ducia-Forschungspreises. Dementsprechend wichtig sei die Forschung in diesem Bereich, so Welte, die Bedeutung und Brisanz des ausgezeichneten Dissertationskonzepts „Geschlechterpolitiken der Identitären – Ein Beitrag für die politische Bildung gegen Rechtsextremismus“ würdigte: „Judith Goetz ist ein äußerst spannendes, wissenschaftlich anspruchsvolles, gesellschaftspolitisch höchst aktuelles Konzept gelungen, das neugierig auf die fertige Arbeit macht.“
Dr.in Alexandra Weiss vom Büro für Gleichstellung und Gender Studies an der Universität Innsbruck
Eine ausgezeichnete Wahl im Dissertationskonzept sieht auch Dr.in Alexandra Weiss vom Büro für Gleichstellung und Gender Studies. Denn: „Wir möchten auch eine Wiederannäherung von Wissenschaft und Politik, einen für beide Seiten fruchtbaren Austausch fördern.“ Dafür stehe der gemeinsam vergebene Forschungspreis, benannt nach Maria Ducia – ab 1919 eine der ersten Frauen im Tiroler Landtag, glühende Sozialdemokratin und nicht zuletzt „eine kämpferische, mutige und kluge Frau. Eine Frau, die ihr Leben dem Kampf für die Verbesserung der Lebensbedingungen von Frauen widmete.“