SPÖ-Frauen: Gegen die Gewalt – überall in Tirol

16 Tage gegen Gewalt: Tiroler SPÖ-Frauen schaffen Bewusstsein im ganzen Land

Jede dritte Frau in Österreich ist von Gewalt betroffen. Auf diese Schieflage machen die SPÖ-Frauen immer wieder aufmerksam, besonders aber während der heuer abermals am 10. Dezember zu Ende gegangenen 16 Tage gegen Gewalt: „27 Femizide, 39 Mordversuche und zahllose Fälle schwerer Gewalt an Frauen: Das ist die schockierende Realität in Österreich im Jahr 2024, wo kaum ein Tag vergeht, ohne dass einer Frau Gewalt angetan wird“, erklärt Nationalrätin Selma Yildirim als SPÖ-Landesfrauenvorsitzende in Tirol, wo Gewalt gegen Frauen ebenso alltäglich ist. Das zeigten 2023 rund 950 Betretungs- und Annäherungsverbote.

 

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Stoppt Gewalt gegen Frauen: Das forderten am Innsbrucker Landhausplatz die Gemeinderätinnen Daniela Hackl und Nicole Heinlein, IL-Bezirksfrauenvorstandsmitglied Heidi Reitstätter, Landesfrauenvorsitzende Selma Yildirim, Gerti Haslwanter, IL- Bezirksfrauenvorsitzende Sonja Föger Kalchschmied und IBK-Bezirksfrauenvorstandsmitglied Daniela Meichtry (v.l.)

 

Um das Bewusstsein für das Gewaltproblem zu schärfen, waren die vergangenen 16 Tage von feministischen Aktionen in ganz Tirol geprägt. So entrollten Yildrim und weitere weibliche Persönlichkeiten der Tiroler Sozialdemokratie beispielsweise in Innsbruck, am Eduard-Wallnöfer-Platz vor dem Tiroler Landhaus, ein Banner und machten dabei auch auf die bundesweite SPÖ-Frauen-Kampagne „Die Scham muss die Seiten wechseln“ aufmerksam. Der Titel der Kampagne bezieht sich dabei auf eine Aussage der Französin Gisèle Pelicot – getätigt im Prozess gegen ihren Ehemann Dominique Pelicot, der gestanden hat, seine Frau zwischen 2011 und 2020 immer wieder mit Schlafmitteln betäubt und vergewaltigt sowie dies in mindestens 92 Fällen auch fremden Männern angeboten zu haben. Zu ihrem Martyrium will Pelicot nicht schweigen. Weil es nicht sie sei, die sich schämen müsse – sondern jene, die Frauen derart Ungeheuerliches antun. „Mit unserer Kampagne wollen wir Frauen ermutigen, über die ihnen zugefügte Gewalt zu sprechen und nach Gerechtigkeit zu verlangen statt aus dem Gefühl der Scham heraus zu schweigen“, so Yildirim.

 

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Bei der Mahnwache in Telfs mit 27 Kerzen für jeden Femizid im bisherigen Jahr: Bezirksfrauenvorsitzende LA Sonja Föger- Kalchschmied,  ihre Stellvertreterin Heidi Reitstätter, SPÖ-Telfs-Vorsitzende Alexandra Lobenwein und SPÖ-Regionalgeschäftsführerin Karin Sommeregger (v.l.)

 

Die Gewalt und ihre Folgen machten die SPÖ-Frauen derweil in Telfs und Landeck symbolisch sichtbar – im Rahmen von Mahnwachen und Schweigemärschen mit 27 brennenden Kerzen, jede für sich eine Erinnerung an eine Frau, die im laufenden Jahr in Österreich ermordet wurde. „Frauen haben wie jeder Mensch das Recht auf ein sicheres, angstfreies Leben in Selbstbestimmung“, hebt dazu Sonja Föger-Kalchschmied, Frauenvorsitzende im Bezirk Innsbruck-Land, hervor. „Deshalb betreiben wir Bewusstseinsarbeit“, ergänzt Brigitte Trötzmüller als Vorsitzende der SPÖ-Frauen im Bezirk Landeck: „Um Gewalt zu verhindern, bevor sie passiert.“

 

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In Landeck hatten Bezirksfrauenvorsitzende Brigitte Trötzmüller und ihre Stellvertreterin Helga zum Kerzensaufstellen in Erinnerung an die Opfer von Femiziden samt Schweigemarsch durch die Innenstadt eingeladen – in überparteilicher Form, gemeinsam mit den Frauen der Tiroler Volkspartei.

 

Schwaz & St. Johann: Über Gewalt sprechen, um Gewalt zu verhindern.

Wie Frauen und Kinder besser geschützt, wie die Gewalt eingedämmt werden könnte, darüber klärten die SPÖ-Frauen insbesondere in der Stadt Schwaz auf – und verteilten Infomaterialien zum von der Sozialdemokratie vorgelegten, von Türkis-Grün ignorierten Gewaltschutzkonzept. „Auch wenn der Gewaltschutz und das Beratungsangebot in Tirol in SPÖ-Regierungsverantwortung massiv ausgebaut wurden: Jeder Fall von Gewalt ist ein Fall zu viel. Deshalb muss unbedingt auch der Bund in die Gänge kommen“, erklärt Ursula Berger als Frauenvorsitzende im Bezirk Schwaz.

 

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Info-Aktion zum Gewaltproblem und künstlerische Bewusstseinsarbeit in der Innenstadt von Schwaz: Erzsebet Lukacs, Tanja Schweiger, SPÖ-Bezirksfrauenvorsitzende Ursula Berger, Sabrina Steidl und Verena Gabriel (v.l.)

 

Um Gewalt zu verhindern, dürfen allerdings auch die Ursachen, ihre Wurzeln in patriarchalen Strukturen nicht unausgesprochen, nicht unbeleuchtet bleiben. Dafür sorgte eine Veranstaltung der SPÖ-Frauen im Bezirk Kitzbühel, in der Alten Gerberei in St. Johann – mit Vorführung des Films „Morgen ist auch noch ein Tag“ über weibliche Gewalterfahrungen im Italien der Nachkriegszeit, gefolgt von einer Expert:innen-Diskussion mit SPÖ-Frauenlandesrätin Eva Pawlata, der klinischen Psychologin Verena Elvira Hauser und Andreas Schramböck von der Männerberatung „Mannsbilder“.

 

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Expert:innenrunde in der Alten Gerberei in St. Johann: Bezirksfrauenvorstandsmitglied Ingrid Tschugg, LR.in Eva Pawlata, die Klinische Psychologin Verena Elvira Hauser (Klinische Psychologin, Leiterin der Gewaltschutzgruppe am Krankenhaus St. Johann), Andreas Schramböck von der „Männerberatung Mannsbilder Tirol“ und Bezirksfrauenvorsitzende Anna Grafoner (v.l.)

 

„Für ein Ende der Gewalt braucht es das Miteinander, es braucht weibliche, aber auch männliche Stimmen. Denn: Das toxische Männerbild ist ein Teil des Problems, jeder Mann aber auch ein Teil der Lösung“, erklärt die Kitzbüheler SPÖ-Frauenbezirksvorsitzende Anna Grafoner – ganz im Geiste der legendären SPÖ-Frauenministerin Johanna Dohnal, die einst meinte: „Die Vision des Feminismus ist nicht eine ,weibliche Zukunft‘. Es ist eine menschliche Zukunft. Ohne Rollenzwänge, ohne Macht- und Gewaltverhältnisse, ohne Männerbündelei und Weiblichkeitswahn.”

 

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